EcoBus

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Das Projekt EcoBus wird von den Wissenschaftlern Prof. Dr. Stephan Herminghaus, Prof. Dr. Marc Timme und Andreas Sorge am MPIDS auf der Grundlage ihrer Mobilitätsforschung entwickelt und ist mit 3 Mio. Euro Teil des EU-geförderten Südniedersachsen-Programms.

EcoBusse kombinieren die Vorteile von Taxi- und Busfahrten. Tür-zu-Tür-Transporte nach Kundenwunsch und zu bezahlbaren Preisen, die nach der Entfernung der Strecke berechnet werden, sorgen für eine neue flexible Mobilität in der Region. Damit weicht das veraltete Konzept des Anrufbusses einer rentableren und nachfrageorientierten Betriebsart, in der pro Bus viele Fahrgäste gleichzeitig transportiert werden können. Dazu werden Fahrtanfragen mehrerer Fahrgäste in gleiche oder ähnliche Richtungen gebündelt. Dank modernster IT werden die Anfragen geschickt automatisch kombiniert, den entsprechenden Kleinbussen zugewiesen und deren Routen optimiert. Die Passagiere steigen nacheinander ein und fahren ohne Umsteigen zu ihren Wunschzielen. Hochfrequentierte Linienkorridore sollen dadurch ergänzt werden. Der Preis der Fahrten soll vergleichbar zu den Betriebskosten eines Privat-Kfz gestaltet werden. Falls der Fahrgast kein Smartphone besitzt, kann die Anfrage per Telefon oder online an die Zentrale gesendet werden, ein Onlineprofil muss nur einmalig erstellt werden und eine bargeldlose Bezahlung wird angestrebt.

Für das EcoBus-System sollen die bestehenden Verkehrsunternehmen in der Region Südniedersachsens als Betriebspartner gewonnen werden. Zusammen mit dem Projektbüro Südniedersachsen wurde ein Netzwerk aus Bürgermeistern, weiteren regionalen ÖPNV-Akteuren und Wissenschaftlern der Universität Göttingen geknüpft. Gerhard Melching, Bürgermeister der Stadt Dassel, initiierte im Juli 2015 das erste EcoBus-Treffen in der Region. Daraus entstand eine Kooperationsvereinbarung „Botschafter für EcoBus“, die fortlaufend erweitert werden kann.

Eine wissenschaftliche Mobilitätsinitiative ist noch in der Entstehung und soll nachhaltig integriert und öffentlich getragen sein.
Seit April 2016 betreuen zudem Studierende der Universität Göttingen die Themen „Generation Nachhaltigkeit“, „Neue Mobilitätssysteme“ und „ökonomische Entwicklungen in komplexen Regionen“. Sieben Bachelor- und Masterstudierende werten Datensätze aus, beispielsweise die von Moobil+ in Vechta und führen Befragungen zum Mobilitätsverhalten im ländlichen Südniedersachsen durch.

Es entsteht ein Netzwerk von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts, mit ÖPNV-Akteuren, Gemeinden und Kommunen. Ein Kooperationsvertrag sowie eine wissenschaftliche Mobilitätsinitiative sollen das Netzwerk weiter stärken und in der Region sichtbar machen.

Ein weiterer Forschungsprojektantrag („Physik eines integrierten ÖPNV-Systems – dezentral – bedarfsgesteuert -vernetzt“) auf Förderung nach dem Europäischen Regionalen Entwicklungsfonds (EFRE) liegt gegenwärtig beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK).Erst nach Bewilligung können die Pilotprojekte zur Erhebung der Datensätze für die EcoBus App ausgeschrieben werden. Diese Vorarbeiten sollen Ende 2016 beginnen.

 

Kontakt

EcoBus
Tel. 0551 5176555

Stephan Herminghaus (Wissenschaftliches Mitglied/Direktor)
Tel. 0551 5176200
stephan.herminghaus@ds.mpg.de

Marc Timme
Tel. 0551 5176440
timme@nld.ds.mpg.de